Bericht von Jörg Richter / freier Journalist

vielen Dank an Jörg Richter für den Bericht und die Bilder welche wir mit seiner Genehmigung auf unserer Internetseite veröffentlichen dürfen

 

Ringen / Weltmeisterschaften der Männer und Frauen in Paris (FRA) vom 20.-27.8.2017 Paris - "Ich kann es noch gar nicht glauben, zum zweiten Mal Weltmeister", jubelte der Ringer Frank Stäbler nach seinem Finalsieg bei den Weltmeisterschaften im Ringen den wartenden Journalisten entgegen, umarmte alle Mannschaftskameraden, Trainer und die deutschen Kampfrichter, "... ja klar, am liebsten die ganze Welt", sprudelte es aus dem nunmehr zweimaligen Weltmeister heraus. Die AccorHotels-Arena feierte, 'Franky, Franky', schallte es aus dem deutschen Fanblock, etwa 200 Anhänger waren nach Paris gekommen und erlebten einen ersten WM-Kampftag, der ein neues Kapitel in die deutsche Ringergeschichte schrieb.

Wie schon in seinen 5 vorhergehenden Begegnungen an diesem Tag, legte Frank Stäbler (71 kg/TSV Musberg) auch gegen Demeu Zhadrayew (KAZ) den Vorwärtsgang ein und holte schon nach wenigen Sekunden mit einem Hüftangriff zwei Zähler. Zwei weitere Punkte kamen auf das Konto des DRB-Ringers, als der Kasache unerlaubt mit den Beinen arbeitete, was mit einer Verwarnung bestraft wurde. "Da wusste ich, dass ich Weltmeister werden kann, doch es folgen noch unendlich lange Minuten", so Stäbler nach dem Gold-Duell, dass er letztendlich mit 8:3 Punkten gewann. Nach dem Finalkampf hatte er noch die Kraft, seinen Heim-Trainer, der ebenfalls Stäbler heißt, mit dem er aber nicht verwandt ist, auf den Schultern durch die Halle zu tragen, bevor er sich von den Fans feiern ließ. Allein 60 Ringkampfanhänger waren allein aus Musberg nach Paris gereist, wo Frank Stäbler wohnt und trainiert.
DRB-Sportdirektor Jannis Zamanduridis überglücklich, schüttelte nur noch mit dem Kopf; "... es ist einfach nur geil, was Frank Stäbler heute geleistet hat ist unbeschreiblich, ich verneige mich vor dieser Leistung. Er hat hier nur 'Granaten' gehabt hat sich durch die komplette Weltspitze in dieser Kategorie gewühlt, eine Super-Leistung".

Doch das war es noch lange nicht, denn mit Denis Kudla wartete ein weiterer, deutscher Ringer, der den letzten Kampf des Tages bestritt, das Finale im Limit bis 85 kg. Zwei deutsche Finalisten an einem WM-Tag und der junge Schifferstädter gewann bei seinen ersten Weltmeisterschaften im Männerbereich die Silbermedaille. Sein Kontrahent Metehan Basar (TUR) hat in diesem Jahr schon Silber bei den Europameisterschaften in Novi Sad (SRB) gewonnen, wirkte im Finale frischer, agierte aggressiver und gewann letztendlich mit 2:1 Punkten Gold, während Denis Kudla nach dieser gesamten Turnierleistung mit Silber nicht unzufrieden war. Auch Bundestrainer Michael Carl jubelte: "... es war ein Tag der Superlative, da fehlen mit fast die Worte, Gold und Silber zum Auftakt der Weltmeisterschaft, das konnte so keiner erwarten". Auch der Präsident des Deutschen Ringer- Bundes Manfred Werner strahlte, "... da haben wir heute Geschichte geschrieben".

Stäbler absolvierte ein riesen Programm gegen die Elite dieser Gewichtsklasse, der Musberger bezwang in der Qualifikation Luis De Leon (DOM) mit 9:0 vor Ablauf der sechsminütigen Kampfzeit und anschließend auch den Olympia-Dritten von Rio 2016 Rasul Chunayew (AZE) mit 2:1 Punkten. Im Achtelfinale ließ er auch dem Weißrussen Pawel Liakh (BLR) mit 7:1 keine Chance und im Viertelfinale wieß er Mohammadali Abdolhamid (IRI) mit 6:3 in die Schranken. Frank Stäbler warf im Halbfinale gegen Daniel Cataraga (MDA), der im Vorjahr bei den Weltmeisterschaften der nichtolympischen Gewichtsklassen (71 kg) in Budapest (HUN) Silber gewonnen hatte, erneut den Turbo an und katapultierte sich mit einem 4:2-Punktsieg in den Endkampf um WM-Gold.

Auch Denis Kudla jubelte nach dem Halbfinale den etwa 200 deutschen Fans auf der Tribüne zu, die ihre Lieblinge in der AccorHotels-Arena euphorisch anfeuerten. Gegen den amtierenden Asienmeister Hussein Nouri (IRI) behielt der Schifferstädter mit einer taktischen Meisterleistung und einer gehörigen Portion Kampfgeist mit 4:2 Punkten die Oberhand.Vorher hatte der Olympiadritte den Chinesen Shuai Hou mit 3:1 Punkten bezwungen und sich im Achtelfinale gegen den starken Kubaner Daniel Hechavarria mit 2:2 Zählern durchgesetzt. Mit einem 4:1-Punktsieg über seinen Erzrivalen Islam Abbasow (AZE), gegen den er schon im Juniorenbereich heiße Duelle bestritt, katapultierte sich Denis Kudla ins Halbfinale, das er gegen den Iraner Nouri gewann.

Florian Neumaier (75 kg/VfK Mühlenbach) startete mit einem 2:1-Punktsieg über Yewhen Pyschkow (UKR), musste sich im Achtelfinale jedoch Karapet Chalyan (ARM) mit 1:3 geschlagen geben. Oliver Hassler (98 kg/RG Hausen Zell) ist bereits nach seiner 2:3-Auftaktniederlage gegen Hakbon Gu (KOR) ausgeschieden. Für diese beiden Ringer war das WM-Turnier dmit beendet, sie konnten auch nicht mehr über die Hoffnungsrunde ins Kampfgeschehen eingreifen, da ihre Konkurrenten das Finale verfehlten.