Anzeige eines einzelnen Artikels

25.02.2017: Musberger beim US-Jugendturnier – interessantes Spektakel und eine Riesengaudi

Am 25. Februar fand in der Vaihinger US-Kaserne ein Ringerturnier der in Deutschland stationierten Amerikaner statt. Auch unsere Musberger Ringer Zachary Call, Brogan Fielding, Victor und Grant Kaminski starteten dort. Schwaben sind meist eine viertel Stunde später dran, manche lieber einen Tick zu früh. Beides geht bei den Amerikanern gar nicht, auch wenn man aufs Kasernengelände der Patch Baracks in Vaihingen nur wollte, um dort als geladene Gäste beim US-Jugendturnier zuzuschauen.

Die Musberger Jugendringer waren mit ihren Eltern zwar pünktlich, aber doch etwas zu früh gekommen, am Schlagbaum wurden sie erst einmal wieder weggeschickt. Exakt um 9 Uhr durften aber alle „rein nach Amerika“. Dort warteten 192 amerikanische Jugendringer mit ihren Eltern, Freunden und Fans, um die Matten gruppiert, bis das Turnier losging. Die ganze Veranstaltung in der mit Tageslicht überfluteten Halle lief in sehr angenehmer, entspannter Atmosphäre ab.

Das Turnier wurde im amerikanischen Folkstyle ausgetragen. Die 6 – 9-Jährigen waren auf halben Matten eingeteilt, ältere durften auf der vollen Mattenfläche ringen. Die Kämpfe dauerten 3 x 1 Minute. In Runde 2 und 3 entscheiden die Kämpfer, in welcher Position sie beginnen möchten. Der Kampfrichter wirft eine zweifarbige Münze (grün und rot), der Ringer der sichtbaren Farbe darf wählen. Trikotfarben spielen überhaupt keine Rolle, wir haben sehr modische und auch ganz tolle, kunterbunte Kreationen gesehen. Damit man die Kampfrichter-Wertungen zuordnen kann, haben die Rivalen ein farbiges Band an den Füßen. Langhaarige tragen eine Art Bademütze, Ohrenschützer sind für alle Pflicht. Die Kämpfe spielen sich die meiste Zeit in Bodenlage ab, ausheben ist nicht erlaubt. Unterschiede zum deutschen System sind sofort zu erkennen, die Regeln wurden von den amerikanischen Trainern und von den Eltern unserer Freunde erklärt.

Während bei uns ein Gong oder ein Glockenschlag das Rundenende anzeigt, ging es für unsere Begriffe richtig spaßig zu: Statt des Gongschlages darf ein Kind den Kampfrichter mit einem Handtuch „schlagen“, damit er abpfeift. Das ist ein Riesenspaß für die Kinder. Sie rennen in den letzten 20 Sekunden dem Schiri auf der Matte hinterher um ihn schlagen zu dürfen. Yannick Stäbler und Tommy Flad durften das auch mal machen und sie waren sichtlich begeistert.

Zur großen Pause durften die beiden zwei Kämpfe zeigen, einmal im Freistil, einmal im griechisch-römisch. Unsere Trainerin Franzi Lange war Schiri. Ein amerikanischer Sprecher, der sich auskannte, erklärte dem Publikum, was gerade zu sehen war. In der Halle wurde es fast mucksmäuschenstill, das Publikum schaute und lauschte. Ein Riesenunterschied war, dass fast nichts auf der Matte stattfand. Yannick lupfte Tommy hoch und warf ihn durch die Gegend, das machte dem aber nichts aus, er war ja in die Sache eingeweiht. Bei den US-Kämpfen ist das allerdings absolut verboten. Pro Stilart wurde jeweils 2 x 2 Minuten gekämpft. Unseren beiden „Westentaschengiganten“ hat es ganz toll Spaß gemacht, vor großem Publikum zu demonstrieren, es gab für die Showkämpfe Riesenapplaus. Die Veranstalter waren hell erfreut über die Musberger Einlage und sie bedankten sich herzlich.

Als Turnierverpflegung, wie bei uns der LKW oder Saitenwürstchen, gab es dort Burritos (gefüllte Tortillas aus Weizenmehl, gefüllt mit Grillwurst, Ei, grünem Paprika und Käse). Das schmeckte echt lecker! Die Kaufwährung waren natürlich US-Dollars, aber sie nahmen auch Euros. Die fremde Währung war für unsere Kinder auch sehr spannend. Zum Schluss gingen alle in der Kaserne zum Essen. Es gab Taco Bell, einen Burger King und einen Subway. Um 13 Uhr ging es wieder nach Hause, während das Turnier weiterlief. Insgesamt war es für alle ein tolles Erlebnis! (Text und Fotos von Oliver Leto)