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23.10.2016: beide Mannschaften gewinnen in Fellbach (mit Bericht aus der Filder-Zeitung)

Zum Ende der Hinrunde belegt die 1. Mannschaft aus Musberg den SV Fellbach mit 19:12 und steht damit in der Hinrunde ungeschlagen auf Platz 1 in der Landesliga (Fellbach wie vor dem Kampf weiterhin auf Platz 2). Auch die zweite Mannschaft konnte gegen den SV Fellbach gewinnen. Nach einem 42:12 steht die 2. Mannschaft aus Musberg hinter der KG Kirchheim/Köngen auf Platz 2 in der Bezirksklasse.

Bericht aus der Filderzeitung unten, nach den Einzelergebnissen.


Bericht in der Filder-Zeitung 24.10.2016 von Susanne Degel

Nur ein Musberger hat schlechte Laune

Der Filderclub gewinnt die Landesliga-Spitzenbegegnung bei seinem schärfsten Konkurrenten SV Fellbach mit 19:12 und ist damit Halbzeitmeister – ein weiterer Schritt zurück in die angepeilten wieder höheren Gefilde Görkem Yücel war sauer. Oder, um es mit den Worten von Markus Scheibner zu sagen: ziemlich angepisst. Denn der Trainer der Landesliga-Ringer des TSV Musberg hatte nach nur 52 Sekunden Kampfzeit gegen Yücels Willen das Handtuch geworfen und diesen damit zum Verlierer erklärt. „Ich musste meinen Mann schützen“, begründete Scheibner die Begebenheit – welche dann allerdings die einzige war, , die bei den Gästen von den Fildern die Stimmung am Sonntag etwas trübte. Wenig später stand auch so ein 19:12 Mannschaftssieg in der Spitzenbegegnung beim SV Fellbach fest. Damit sind die Musberger Herbstmeister und ihrem Saisonziel, dem Durchmarsch in die Verbandsliga, einen großen Schritt näher gekommen. Jedoch ist es mit Yücels Niederlage in der altehrwürdigen Sporthalle der Silcherschule zwischendurch noch einmal spannend geworden. Als Scheibner einschritt, führte im Griechisch-Römisch-Kampf der 86-Kilogramm-Klasse der Fellbacher Routinier Gela Chkhaidze bereits mit 10:0 Punkten. Yücel hatte sich gleich zum Beginn am Nacken verletzt und musste behandelt werden. „Und Gela ist auch danach noch wie ein Stier auf die Matte, obwohl er deutlich überlegen war'“, sagte Scheibner. „Ich hatte Angst, dass Yücel noch mehr passiert. Das hätte ich mir nicht verziehen“. In der Folge dieses Duells lagen die Musberger bei noch zwei ausstehenden Kämpfen insgesamt nur noch knapp mit 14:12 in Führung. Doch dann war einmal mehr auf Adrian Moise und André Ehrmann Verlass – zwei Akteure, die schon zu Musberger Bundesliga-Zeiten zum Stammpersonal des Vereins gehört haben. Erstgenannter landete in lediglich 44 Sekunden einen Schultersieg und brachte seine Mannschaft damit uneinholbar in Führung. Und auch Ehrmann ließ sich im Anschluss trotz eines Bänderrisses im rechten Fußgelenk nicht unterkriegen. Durch den Erfolg, den achten im achten Kampf der Saison, haben Scheibner und die Seinen zur Rundenhalbzeit drei Punkte Vorsprung auf ihren aktuellen Gegner – und damit beste Karten, dem letztjährigen Aufstieg gleich den nächsten folgen zu lassen. „Natürlich ist dass unser großes Vorhaben“,sagt der Langzeit-Trainer, der zugibt, nach dem Neuanfang 2015 in der Landesklasse durchaus Motivationsprobleme gehabt zu haben. Wie berichtet hatte sich die Ringerabteilung seinerzeit für einen Rückzug auf diese entschieden. Vorangegangen waren lange vereinsinterne Streitigkeiten über Finanzen und Entscheidungsbefugnisse. Doch selbst wenn sie das jetzige Ziel nicht erreichen sollte, ist es Scheibner um die Mannschaft nicht bange. „Es werden alle bleiben. Wir sind in Musberg eine große Familie und fast alle Ringer Eigengewächse“, weiß der Coach. Eines dieser Eigengewächse avancierte am Sonntag denn auch zum eigentlichen Matchwinner vor über 150 Zuschauern: Jonas Lange. „Ich habe mich in der vergangenen Woche täglich mit ihm auf den Kampf vorbereitet“, sagte Scheibner. Die ausgegebene Strategie: nicht hoch verlieren. Und dann das: 25 Sekunden vor Kampfende gelang Lange eine Vier-Punkte-Wertung zum 12:12 Ausgleich gegen Tigran Kaplanjan. Dass sich die Musberger nun aber nicht zurücklehnen können, wissen sie selbst am besten – zumal die Kampfansage von Tariel Shavadze gleich nach der Begegnung erfolgte. „Es kann noch viel passieren. Wir haben noch nicht aufgegeben'“, sagte der Fellbacher Trainer, der den Musbergern kein Unbekannter ist. Von 1999 bis 2002 war er selbst beim Filderclub engagiert, als Ringer und Jugendtrainer. Die Böpple-Brüder, Ehrmann und Stäbler, die es später mit Musberg bis in die Bundesliga geschafft haben, hatte er damals unter seinen Fittichen. Obendrein war der Wettstreit gestern knapper, als es das Endergebnis vermuten lässt. Drei Kämpfe haben die Musberger nur aufgrund der jeweils letzten Wertung gewonnen, und in der 57-Kilo-Klasse kamen sie kampflos zu Punkten, weil der Gastgeber verletzungsbedingt keinen Starter stellten. „Heute ist einfach alles für meinen Ex-Verein gelaufen“, sagte Shavadze, der im Rückkampf wieder selbst auf die Matte gehen will. Jener wird am 17. Dezember sein, wenn auch die Musberger Zweite wieder zum Vorkampf antritt. In Fellbach sprang ein 42:12-Sieg in der Bezirksklasse heraus, wo nach dem österreichischen Modell zweimal hintereinander gerungen wird.